EUROPÄISCHE WÄLDER – GEMEINSAMER NUTZEN, GETEILTE VERANTWORTUNG
Die Vierte Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa stand unter dem Motto "Living Forest Summit": Forstminister aus 41 europäischen Ländern und ein Vertreter der Europäischen Gemeinschaft sowie Vertreter von vier außereuropäischen Ländern und 24 internationale Organisationen trafen sich im April 2003 in Wien unter dem gemeinsamen Vorsitz von Österreich und Polen.
Vierzig europäische Staaten und die Europäische Gemeinschaft unterzeichneten die Wiener Deklaration "Europäische Wälder – Gemeinsamer Nutzen, geteilte Verantwortung" und verabschiedeten fünf Wiener Resolutionen. Die Wiener Deklaration streicht die vielfältigen Rollen der Wälder für den ländlichen Raum und urbane Gesellschaften heraus, spricht die Bedeutung starker Partnerschaften zwischen dem Forstsektor und anderen Sektoren an und betont die Wichtigkeit, globale Herausforderungen anzugehen. Die Wiener Resolutionen behandeln sektorübergreifende Zusammenarbeit und nationale Waldprogramme, Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Waldbewirtschaftung, soziale und kulturelle Aspekte, biologische Vielfalt in Wäldern sowie Wälder und Klimawandel. Zudem beschlossen die Forstminister ein neues Rahmenabkommen zur Zusammenarbeit zwischen der MCPFE und dem Ministerprozess "Umwelt für Europa"/Pan-europäische Strategie für biologische und landschaftliche Vielfalt, welches ebenfalls von den Umweltministern bei der fünften Ministerkonferenz "Umwelt für Europa" (Mai 2003) angenommen wurde.
Zum ersten Mal wurde ein "Multi-stakeholder Dialogue" als ein integraler Bestandteil der Ministerkonferenz initiiert. Fünf Interessensgruppen (Waldbesitzer, Forstindustrie, soziale Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Umwelt-NGOs und Wissenschaft) diskutierten mit den europäischen Ministern und brachten ihre Standpunkte zum Schutz und zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern in die Konferenz ein. Alle Teilnehmer erkannten die Notwendigkeit einer effizienten Umsetzung der Resolutionen der MCPFE. Demzufolge wird die MCPFE im Anschluss an die Wiener Konferenz auch ein neues Arbeitsprogramm entwickeln, um alle Verpflichtungen, die beim Living Forest Summit beschlossen wurden, in die Tat umzusetzen.


